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Alice Rühle-Gerstel (24. März 1894, Prag – 24. Juni 1943, Mexiko-Stadt)

Prosa

Der Hexenwahn AcrobatReader       epub       MobiPocketReader/Kindle       Kindle

Dr. Alice Rühle-Gerstel, Der Hexenwahn, Aus: Freidenker, Band 23 (1940), Organ der freigeistigen Vereinigung der Schweiz, Zürich


Alice Rühle-Gerstel (24. März 1894, Prag – 24. Juni 1943, Mexiko-Stadt)

Alice Rühle-Gerstel war eine deutschsprachige Schriftstellerin, Individualpsychologin und Frauenrechtlerin deutsch-jüdischer Herkunft.

Alice Gerstel kam in einem Jugendstilhaus in der Prager Havlicková ul. 13, als erstes von drei Geschwistern, zur Welt. Mutter war die Tschechin Kornelia Gerstel-Strakoš (1874-1924); andere Quellen auch Kornelie (Nelly) Strakosch (1874-1923), geb. Strakošová. Vater war der Möbelfabrikant Emil Gerstel (1870-1919).

Alice Gerstel besuchte von 1900 bis 1910 das deutsche Mädchenlyzeum in Prag, ging dann in ein Mädchenpensionat nach Dresden, wo sie begann Musik und moderne Sprachen zu studieren. Sie kehrte im Dezember 1912 nach Prag zurück und legte 1914 am Prager Lehrerinnen-Seminar die Staatsprüfung für Musik ab. Schon früh entwickelte sie neben ihrer Vorliebe für Musik ein starkes Interesse für Literatur. Von Kindheit an mehrsprachig erzogen sprach sie Deutsch, Tschechisch, Englisch und Französisch. In ihrer Jugend hatte sie unter anderem Kontakt zu Schriftstellern wie Willy Haas (1891-1973), Egon Erwin Kisch (1885-1948), Johannes Urzidil (1896-1970), Franz Werfel (1890-1945).

Im Ersten Weltkrieg war sie als Krankenschwester im Einsatz. Von 1917 bis 1921 studierte sie in Prag und München Literaturwissenschaften und Philosophie. 1921 promovierte sie mit einer Arbeit über Friedrich Schlegel und Chamfort. Im selben Jahr heiratete die Schülerin Alfred Adlers den Rätekommunisten Otto Rühle, dessen zweite Ehefrau sie war, (und gründete zusammen mit Grete Fantl die Marxistisch-individualpsychologische Arbeitsgemeinschaft Dresden).

1924 gründete sie den Verlag Am andern Ufer – Dresden-Buchholz-Friedewald und gab die Monatsblätter für sozialistische Erziehung heraus.

Alice Rühle-Gerstel war mit Milena Jesenská befreundet. Als Anhängerin des Sozialismus war sie bereits vor Beginn der faschistischen Nazi-Herrschaft in Deutschland nicht mehr sicher, daher ging sie 1932 in ihre Heimatstadt Prag zurück. Ab 1933 kümmerte sie sich als Mitarbeiterin beim Prager Tagblatt um dessen Kinderbeilage. Diese Zeit der Identitätssuche in ihrer Geburtsstadt wird in dem autobiographisch gefärbten Roman Der Umbruch oder Hanna und die Freiheit beschrieben. Doch auch Prag verließ sie nach wenigen Jahren und folgte 1936 ihrem Ehemann nach Mexiko, der dort Familie hatte. In Mexiko arbeitete sie als Übersetzerin in einem Regierungsbüro und als Handelsjournalistin. Trotz bestehender Freundschaften zu Trotzki, Frida Kahlo und Diego Rivera fühlte sie sich in Mexiko nie heimisch und nahm sich am Tag des Todes ihres Mannes Otto Rühle im Juni 1943 im mexikanischen Exil das Leben.


Verwendete Quelle: Alice Rühle-Gerstel in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
URL: Alice Rühle-Gerstel

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