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Emmy Hennings oder Emma Maria Ball-Hennings (17. Januar 1885, Flensburg – 10. August 1948, Sorengo)

Prosa

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Emmy Hennings, Das Brandmal, Ein Tagebuch, Erich Reiß Verlag, Berlin, 1920



Emmy Hennings oder Emma Maria Ball-Hennings (9. Januar 1849, Tromsø – 23. April 1932, Ålsgårde)

Emmy Hennings oder Emma Maria Ball-Hennings war eine deutsche Schriftstellerin, Schauspielerin und Kabarettistin. Sie gehört zu den Begründern des Dadaismus.

Emmy Hennings war die Tochter des Taklers Ernst Friedrich Matthias Cordsen und wuchs in Flensburg auf. Dort besuchte sie auch die Volksschule und arbeitete anschließend als Dienstmädchen. Mit 18 Jahren heiratete sie 1903 einen Laienschauspieler, mit dem sie sich einer Wanderbühne anschloss. Die gemeinsame Tochter wuchs in den ersten Jahren bei den Großeltern in Flensburg auf.

1904 ließ sich Emmy Hennings scheiden und tingelte als Vortragskünstlerin alleine durch Deutschland. 1905 trat sie in Elmshorn in die Theatergesellschaft Schmidt-Agte ein und spielte dort und in Kappeln. Zu dieser Zeit war sie wahrscheinlich mit dem ebenfalls zur Truppe gehörenden Schauspieler Wilhelm Vio liiert. Von 1906 bis 1908 gehörte sie zur Schauspieltruppe von Oskar Ludwig Georg Brönner, der die Provinz Schleswig-Holstein bespielte.

Obwohl ungelernt, konnte sich Emmy offenbar einigen Erfolg in der Truppe erarbeiten, denn Brönner veranstaltete am Ende der Spielzeit in den meist bespielten Orten (Tondern, Marne, Plön) je eine Benefizveranstaltung für sie. 1909 trat Hennings in Berlin im Neopathetischen Cabaret des Neuen Clubs auf. In dieser Zeit lernte sie den Journalisten und Schriftsteller Ferdinand Hardekopf kennen, mit dem sie 1910 eine Reise durch Frankreich unternahm. Kurze Zeit später trennte sich Emmy Hennings wieder von ihm, der sie zeitweilig zur Prostitution gezwungen hatte. Es folgten Jahre wechselnder Aufenthalte in Berlin und München. In Berlin trat sie zeitweilig gemeinsam mit Claire Waldoff auf, in München arbeitete sie als Diseuse unter anderem in der Künstlerkneipe Simpl, wo sie ihren späteren Ehemann Hugo Ball, den Maler und Illustrator Hanns Bolz und zahlreiche weitere Künstler kennenlernte.

1914 wurde sie wegen Diebstahls und Verdachtes auf Hilfe zur Fahnenflucht für mehrere Monate in einem Münchner Gefängnis inhaftiert. 1915, kurz nach ihrer Entlassung, reiste sie zunächst nach Berlin, bevor sie zusammen mit Hugo Ball in die Schweiz emigrierte. In Zürich gründete sie mit Hugo Ball, Tristan Tzara, Marcel Janco, Richard Huelsenbeck, Jean Arp, Sophie Taeuber und anderen 1916 das Cabaret Voltaire, die Geburtsstätte des Dadaismus. Um der bildenden Kunst mehr Raum zu verschaffen, gründete man 1917 die Galerie Dada.

1920 heirateten Emmy Hennings und Hugo Ball. In ihrer Tessiner Zeit wandten sich beide vom Dadaismus ab und befassten sich intensiv mit dem Katholizismus. In jener Zeit begann auch eine enge, bis zu ihrem Tode währende Freundschaft mit Hermann Hesse. Nach Hugo Balls Tod im Jahr 1927 kümmerte sich Hennings um seinen Nachlass und verfasste autobiographische Werke, Erzählungen, Märchen und Legenden.[3] Sie wurde an der Seite ihres Mannes in Gentilino beigesetzt.

In Flensburg ist heutzutage die Emmy-Ball-Henningsstraße nach ihr benannt.

Verwendete Quelle: Emmy Hennings in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
URL: Emmy Hennings

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