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Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern (6. Mai 1871, München - 31. März 1914, Meran)

Lyrik
Der Melderbaum Der Melderbaum von Christian Morgenstern, Alfred Richard Meyer Verlag, Wilmersdorf, [1920]
In Phanta's Schloss AcrobatReader       epub       MobiPocketReader/Kindle       Kindle       Flash       Digitalisat

Christian Morgenstern, In Phanta's Schloss, Ein Zyklus humoristisch-phantastischer Dichtungen 1894-95, R. Piper & Co. Verlag, München, 1922
Melancholie AcrobatReader       epub       MobiPocketReader/Kindle       Kindle       Flash       Digitalisat

Christian Morgenstern, Melancholie, Neue Gedichte, Bruno Cassirer Verlag, Berlin, 1906
Palmström AcrobatReader       epub       MobiPocketReader/Kindle       Kindle       Flash       Digitalisat

Christian Morgenstern, Palmström, Gedichte, Verlag von Bruno Cassirer, Berlin, 42.-49.Tsd. 1922
Und aber ründet sich ein Kranz AcrobatReader       epub       MobiPocketReader/Kindle       Kindle       Flash       Digitalisat

Christian Morgenstern, Und aber ründet sich ein Kranz, Gedichte, S. Fischer, Verlag, Berlin, 1902
Ein Sommer AcrobatReader       epub       MobiPocketReader/Kindle       Kindle       Flash       Digitalisat

Christian Morgenstern, Ein Sommer, Verse, S. Fischer Verlag, Berlin, 1900
Wir fanden einen Pfad AcrobatReader       epub       MobiPocketReader/Kindle       Kindle       Flash       Digitalisat

Christian Morgenstern, Wir fanden einen Pfad, Gedichte, R. Piper & Co., München, 1914.
Galgenlieder AcrobatReader       Flash       Digitalisat

Christian Morgenstern, Galgenlieder, Verlag von Bruno Cassirer, Berlin, 1914
Auf vielen Wegen Digitalisat

Christian Morgenstern, Auf vielen Wegen, Verlag von Schuster & Loeffler, Berlin, 1897
Horatius travestitus Digitalisat

Christian Morgenstern, Horatius travestitus, Ein Studentenscherz, Verlag von Schuster & Loeffler, Berlin, 1897
Ich und die Welt Digitalisat

Christian Morgenstern, Ich und die Welt, Gedichte, Verlag von Schuster & Loeffler, Berlin, 1898
Der Melderbaum Digitalisat

Der Melderbaum von Christian Morgenstern, Alfred Richard Meyer Verlag, Wilmersdorf, [1920]
Ein Kranz Digitalisat

Christian Morgenstern, Ein Kranz, Zweite mit Ein Sommer verbundene Ausgabe 1899-1902, Piper & Co. Verlag, München, 1922
Einkehr Digitalisat

Christian Morgenstern, Einkehr, Gedichte, Piper & Co. Verlag, München, 1910
Ich und Du Digitalisat

Christian Morgenstern, Ich und Du, Sonette, Ritornelle, Lieder, Piper & Co. Verlag, München, 1919
Palma Kunkel Digitalisat

Christian Morgenstern, Palma Kunkel, Verlag von Bruno Cassirer, Berlin, 1918
Prosa
Epigramme und Sprüche Digitalisat

Christian Morgenstern, Epigramme und Sprüche, Herausgegeben von Margareta Morgenstern, R. Piper & Co. Verlag, München, 1922
Stufen Digitalisat

Christian Morgenstern, Stufen, Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, R. Piper & Co. Verlag, München, 1922
Übersetzungen
Wenn wir Toten erwachen Digitalisat

Henrik Ibsen, Wenn wir Toten erwachen, Ein dramatischer Epilog in drei Akten von , Übertragen von Christian Morgenstern, R. Piper & Co. Verlag, München, 1922

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern (6. Mai 1871, München - 31. März 1914, Meran)

Christian Morgenstern war ein deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer.

Morgenstern wurde am 6. Mai 1871 in München geboren. Seine Mutter war Charlotte Morgenstern, geborene Schertel, sein Vater Carl Ernst Morgenstern, Sohn des Malers Christian Morgenstern. Wie der berühmte Großvater, von dem Morgenstern seinen Namen erhielt, waren auch der Vater und der Vater der Mutter Landschaftsmaler. Die Namen Otto und Josef gehen auf weitere Verwandte zurück, Wolfgang auf die Verehrung der Mutter für Wolfgang Amadeus Mozart.

1881 starb seine Mutter Charlotte an Tuberkulose. Morgenstern hatte sich bei ihr angesteckt, worunter er fortan zu leiden hatte. Bald darauf wurde er, ohne in der frühen Kindheit regelmäßigen Schulunterricht erhalten zu haben, seinem Paten Arnold Otto Meyer, einem Kunsthändler in Hamburg, zur Erziehung anvertraut, worunter er jedoch litt. Ein Jahr später kehrte er nach München zurück und kam in ein Internat in Landshut, wo Körperstrafe eingesetzt wurde und er Mobbing seiner Mitschüler erfuhr.

Als der Vater Amélie von Dall'Armi geheiratet hatte und 1883 an die Königliche Kunstschule in Breslau berufen worden war, nahm er Christian wieder zu sich, der dort das Maria-Magdalenen-Gymnasium besuchte. Dort schrieb er im Alter von sechzehn Jahren das Trauerspiel Alexander von Bulgarien und Mineralogia popularis, eine Beschreibung von Mineralien. Beide Texte sind heute nicht mehr erhalten. Zudem entwarf er eine Faustdichtung und beschäftigte sich mit Arthur Schopenhauer. Mit achtzehn Jahren lernte er auf dem Magdalenen-Gymnasium Friedrich Kayssler und Fritz Beblo kennen; mit beiden hat ihn eine lebenslange enge Freundschaft verbunden. Ab Herbst 1889 besuchte Morgenstern eine Militär-Vorbildungsschule, da der Vater den Wunsch einer Offizierslaufbahn für den Sohn hatte. Nach einem halben Jahr verließ Morgenstern die Schule jedoch wieder und besuchte fortan ein Gymnasium in Sorau. Hier begann eine Freundschaft mit Marie Goettling, die später nach Amerika auswanderte, mit der er noch während seines Studiums der Nationalökonomie in Breslau korrespondierte. Dort gehörten Felix Dahn und Werner Sombart zu seinen bedeutendsten Dozenten. Mit Freunden gründete Morgenstern die Zeitschrift Deutscher Geist unter dem Motto "Der kommt oft am weitesten, der nicht weiß, wohin er geht," einem Zitat, das Oliver Cromwell zugesprochen wird. 1893 verfasste er Sansara, eine humoristische Studie. Das erste Sommersemester verbrachte er mit Kayssler in München, wo er aber das Klima aufgrund der Tuberkulose nicht vertrug. Daher begab er sich schließlich zur Kur nach Bad Reinerz. Als er nach Breslau zurückkehrte, hatte sich sein Vater von seiner zweiten Frau getrennt. Es folgte eine Erholungszeit in Sorau. Da er sein Studium nicht fortsetzen konnte, wären Freunde bereit gewesen, einen Kuraufenthalt in Davos zu bezahlen, was der Vater jedoch zurückwies, genau wie ein Angebot Dahns, das Studium bis zum Referendar zu finanzieren. Morgenstern entschied sich nun, als Schriftsteller zu leben. Nach der dritten Heirat seines Vaters zerbrach das Verhältnis zu diesem weitgehend.

Im April 1894 zog Morgenstern nach Berlin, wo er mit Hilfe des zum Teil Versöhnung suchenden Vaters eine Stellung an der Nationalgalerie fand. Er beschäftigte sich mit Friedrich Nietzsche und Paul de Lagarde und arbeitete für die Zeitschriften Tägliche Rundschau und Freie Bühne. Des weiteren schrieb er Beiträge für die Zeitschriften Der Kunstwart und Der Zuschauer.

Im Frühjahr 1895 erschien das erste Buch Morgensterns, der Gedichtzyklus In Phanta's Schloß[1]. Er segelte auf dem Müggelsee und bereiste 1895 und 1896 Helgoland, Sylt und Salzburg. In Auftragsarbeit übersetzte er im Sommer 1897 (aus der französischen Übersetzung) die autobiographischen Aufzeichnungen Inferno von August Strindberg. Im Oktober 1897 unterzeichnete Morgenstern einen Vertrag mit dem Verlag S. Fischer, der die Übersetzung von Werken von Henrik Ibsen betraf, obwohl er die norwegische Sprache noch nicht beherrschte. Bereits im Februar 1898 sollte Das Fest auf Solhaug fertig übersetzt sein. Von Mai 1898 bis Herbst 1899 bereiste Morgenstern Norwegen, hauptsächlich zum Erlernen der Sprache, wobei er auch mehrmals Ibsen traf. 1900 folgte eine Kur in Davos, anschließend bereiste er den Vierwaldstättersee, Zürich, Arosa, Mailand, Papollo, Portofino, Florenz, Wolfenschiessen und Heidelberg. Im Dezember 1902 besuchte er Rom und kehrte Mai 1903 nach Berlin zurück. In dieser Zeit übersetzte er Knut Hamsun und Bjørnstjerne Bjørnson. Ab 1903 war er literarischer Lektor im Verlag von Bruno Cassirer, mit dem er freundschaftlich verbunden war. Zuvor war er Dramaturg bei Felix Bloch Erben. 1905 reiste er nach Wyk und hatte einen Sanatoriumsaufenthalt in Birkenwerder, der nicht zum gewünschten Erfolg führte. Zudem erschienen in diesem Jahr seine Galgenlieder und er las Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Ein Jahr später reiste er aus gesundheitlichen Gründen ins Gebirge, nach Bad Ölz, Längenfeld, Obergurgl, Meran, Obermais, San Vigilio und Tenigerbad und beschäftigte sich mit Jakob Böhme, Gustav Theodor Fechner, Johann Gottlieb Fichte, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Eckhart von Hochheim, Fritz Mauthner, Baruch Spinoza, und Lew Nikolajewitsch Tolstoi.

Im Juli 1908 lernte er Margareta Gosebruch von Liechtenstern in Bad Dreikirchen kennen. Nach der Abreise Margaretas blieben sie in regem Briefverkehr. Als sie im Oktober erkrankte, begab sich Morgenstern zu ihr nach Freiburg im Breisgau. Da aber der Aufenthalt eines Verlobten bei einer kranken Frau gesellschaftlichen Sitten widersprach, reiste Morgenstern nach Straßburg. Im November begab er sich wie die gesundete Margareta nach Berlin.

Im Januar 1909 lernte er Rudolf Steiner bei Vorträgen in Berlin kennen, mit dem ihn fortan eine enge Freundschaft verband. Um dessen Vorträge zu hören, reiste er noch im selben Jahr nach Düsseldorf, Koblenz, Kristiania, Kassel und München. Im Mai trat er einen Monat nach Margareta der von Steiner geführten Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft bei. Bei der folgenden Spaltung dieser Organisation, 1912/1913, blieb er auf Seiten Steiners und wurde Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft[2]. Auch übersetzte er 1909 Knut Hamsun, besuchte den Internationalen Theosophischen Kongress in Budapest, seinen Vater in Wolfshau und reiste mit Margareta in den Schwarzwald und nach Obermais. Dort erkrankte er an einer schweren Bronchitis, wozu wohl die zahlreichen Reisen beigetragen hatten. Ein Arzt deutete bereits auf den kurz bevorstehenden Tod hin. Der Gesundheitszustand verbesserte sich jedoch wieder und so heirateten Christian und Margareta am 7. März 1910.

Von Mai bis August hielt er sich in Bad Dürrenstein in den Dolomiten auf, bis er sich zu einem Vortrag Steiners nach Bern begab. Vorträge in Basel besuchte lediglich Morgensterns Frau, die sie ihm nachher erklärte. Nach Aufenthalt in München reiste er im Oktober über Verona, Mailand und Genua nach Palermo und schließlich nach Taormina. Im selben Jahr begann auch seine Zusammenarbeit mit dem Verleger Reinhard Piper, die bis zu seinem Lebensende anhielt. Christian Morgenstern hatte vorher mit vier anderen Verlegern, nämlich mit Richard Taendler, Schuster & Loeffler, S. Fischer und Bruno Cassirer, zusammengearbeitet. Eine dauerhafte Geschäftsverbindung war aber nicht zustande gekommen.

Eigentlich wollte Morgenstern mit Margareta ein halbes Jahr in Taormina verbringen; da er aber erneut schwer erkrankte, begab er sich, sobald er im Frühjahr 1911 dazu im Stande war, in das Deutsche Krankenhaus nach Rom und dann in ein Waldsanatorium bei Arosa, wo er seinen Vater und die Mutter Margaretas sah, die anfangs nicht mit der Ehe einverstanden war. Nach mehreren Monaten Liegekur konnte er das Sanatorium verlassen und zog mit Margareta in eine Wohnung in Arosa. 1912 erhielt er eine Spende der Deutschen Schillerstiftung in Höhe von eintausend Mark. Bald darauf begab er sich nach Davos. Margareta besuchte für ihn Vorträge Steiners in München. Noch immer krank, verließ er das Sanatorium und begab sich mit Margareta nach Zürich, wo er im Oktober mit Steiner zusammentraf. Anschließend kehrte er nach Arosa zurück. Er verfasste einen Brief, in dem er Rudolf Steiner für den Friedensnobelpreis vorschlagen wollte, schickte diesen jedoch nicht ab. Ab Frühjahr 1913 hielt er sich in Portorose auf, wo er Gedichte Friedrichs des Großen aus dem Französischen übersetzte und Michael Bauer, der ebenfalls lungenkrank war, zum Freund gewann. Nach einer Reise nach Bad Reichenhall, wo er Friedrich und Helene Kayssler traf, hörte er in München Vorträge Steiners, dem er im November nach Stuttgart und im Dezember nach Leipzig folgte. Sowohl in Stuttgart als auch in Leipzig rezitierte Marie von Sivers, die spätere Frau Steiners, Werke Morgensterns, der den letzten der beiden Vorträge am Silvesterabend als den höchsten Ehrentag seines Lebens empfand.

In München konnten die Morgensterns ihren Arzt nicht erreichen und suchten daher ein Sanatorium in Arco, Südtirol, auf, das Morgenstern jedoch nicht aufnahm, da es sterbende Patienten vermeiden wollte. Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Sanatorium bei Bozen zog er in die Villa Helioburg in Meran-Untermais, wo er noch an dem Druckbogen der Sammlung "Wir fanden einen Pfad" arbeitete. Michael Bauer hatte er geschrieben: "Jetzt liege ich wieder einmal darnieder und komme nicht in die Höhe..wir wollen zu Hartungen nach Meran". Und Bauer eilte nach Meran, zu Morgenstern, der am 31. März 1914, gegen fünf Uhr morgens, betreut von seinem letzten behandelten Arzt Dr. Christoph Hartung von Hartungen, verstarb. Am 4. April wurde er in Basel eingeäschert. Die Urne bewahrte Rudolf Steiner auf, bis sie im neuen Goetheanum aufgestellt wurde.

Nach dem Tod des Dichters gab seine Witwe zahlreiche seiner Werke heraus, die sie teilweise neu ordnete und mit bisher unveröffentlichten Teilen des Nachlasses ergänzte. In einem größeren Leserkreis bekannt (und beliebt) wurde Morgenstern aber praktisch nur mit seiner komischen Lyrik. Besonders in der Gedichtsammlung Galgenlieder entfaltet Morgenstern seinen liebenswürdigen, manchmal aber auch scharfsinnigen Sprachwitz. Drei Beispiele seiner Sprachkomik: * "Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun" (Der Lattenzaun) * "Das Wasser rann mit Zasch und Zisch" (Der Walfafisch) * "Selbst als Uhr, mit ihren Zeiten, will sie nicht Prinzipien reiten" (Palmströms Uhr) Zu einem geflügelten Wort wurde der Schluss von Die unmögliche Tatsache (aus Palmström): Und er kommt zu dem Ergebnis: «Nur ein Traum war das Erlebnis. Weil», so schließt er messerscharf, «nicht sein kann, was nicht sein darf.» Sein Nasobem inspirierte den Zoologen Gerolf Steiner zur Schöpfung der (fiktiven) Ordnung der Rhinogradentia, ein wissenschaftlich-satirischer Scherz, der sich international verbreitete und noch heute ausgebaut wird. Morgenstern'sche Gedichte wurden von vielen Komponisten vertont. Zu nennen wären Yrjö Kilpinen, Paul Graener, Paul Hindemith, Friedrich Gulda, Robert Kahn, Wilfried Hiller und Will Elfes. Eine umfassende Übersicht ist im Digitalen-Christian-Morgenstern-Archiv (siehe Weblinks) zu finden.

Verwendete Quelle: Artikel Christian Morgenstern in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Morgenstern

Dieser Artikel (Quellenangabe) basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht seit Juli 2009 unter der Creative Commons Attribution/Share-Alike-Lizenz – vormals GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


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