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Johann Gottfried Pahl (12. Juni 1768, Aalen – 18. April 1839, Stuttgart)

Prosa

An die Philosophren aus dem Uranus AcrobatReader       epub       MobiPocketReader/Kindle       Kindle

Johann Gottfried Pahl, An die Philosophen aus dem Uranus, Konstantinopel, 1796

Geheimnisse eines mehr als fünfzigjährigen wirtemberg. Staatsmannes AcrobatReader       epub       MobiPocketReader/Kindle       Kindle

Johann Gottfried Pahl, Geheimnisse eines mehr als fünfzigjährigen wirtemberg. Staatsmannes, 1799

Lyrik

Viktoria! Viktoria! ...

Aus: Bruder Thomas (Johann Gottfried Pahl), Leben und Thaten des ehrwürdigen Paters Simpertus, Madrit (Heilbronn), 1799, S. 255 ff.


Johann Gottfried Pahl (12. Juni 1768, Aalen – 18. April 1839, Stuttgart)

Johann Gottfried Pahl – seit 1832 von Pahl war ein württembergischer Publizist und Schriftsteller, evangelischer Geistlicher, Historiker und Politiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Autoren der Spätaufklärung in Württemberg.

Der Sohn eines Lebküchners und verarmten Kaufmanns erhielt in Aalen unter dem Präzeptor Rieger einen gründlichen altsprachlichen Unterricht. Pahl studierte in Altdorf ab 1784 protestantische Theologie, verließ aber die Hochschule 1786 vorzeitig aus finanziellen Gründen und musste sich mit Pfarrvikariaten (in Fachsenfeld und Essingen) über Wasser halten. Inspiriert von dem Philosophen und katholischen Reformtheologen Jakob Salat und dem Schriftsteller Friedrich David Gräter in Schwäbisch Hall entfaltete er schon früh eine literarische Tätigkeit. Als Dorfpfarrer im ritterschaftlichen Neubronn (ab 1790) verfasste er zahlreiche Schriften, darunter auch die beiden Ritterromane Ulrich von Rosenstein (Basel 1795) und Bertha von Wöllstein (Nördlingen 1794).

1791 heiratete er in Aalen Ernestina Ehrhardt (1768-1850) aus Stuttgart, mit der er sechs Söhne und acht Töchter hatte, darunter Wilhelm Matthäus Pahl und Christian Pahl, beides Gymnasialrektoren. Die literarischen Werke Pahls sollten den Unterhalt für die rasch wachsende Familie sichern.

Pahl stand auf der Seite der Aufklärung. Seine in Heilbronn gedruckte Schrift Leben und Thaten des ehrwürdigen Paters Simpertus: oder Geschichte der Verfinsterung des Fürstenthums Strahlenberg ; zur Lehre und Warnung für Obskuranten und Aufklärer geschrieben / von dem Bruder Thomas, Pförtner an dem Jesuiter-Gymnasium zu Strahlenberg. - Madrit: Gedr. auf Kosten der Heil. Inquisition, 1799 widmete sich satirisch den antiaufklärerischen Bestrebungen an der Universität Dillingen. Aufgrund dieser Schrift geriet er 1800 ins Visier der österreichischen Geheimpolizei.

In der Maske des Schulmeisters Sebastian Käsbohrer von Ganslosen, der den Adel verteidigt, prangerte Pahl in den 1790er Jahren das Privilegienwesen des württembergischen Adels an. Mehrere umfangreiche zeitgeschichtliche Darstellungen galten den französischen Revolutionskriegen in Südwestdeutschland.

Ab 1801 ließ er bei dem Buchdrucker Johann Georg Ritter in der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd eine politische Zeitschrift erscheinen, die Nationalchronik der Teutschen (von 1807 bis 1809 unter dem Titel Chronik der Teutschen). Sie wurde 1809 von König Friedrich I. von Württemberg verboten.

Im gleichen Jahr 1801 wurde Pahl auch weltlicher Beamter zu Neubronn. In der Säkularisationszeit fungierte er als Regierungskommissar für Fürst Karl von Ligne, dem das Stift Edelstetten zugefallen war (1802-1804).

Sein 1802 in Nördlingen publizierter Roman Magister Ulrich Höllriegel wurde 1989 von Johannes Weber neu herausgegeben und als Quelle für die Affäre (1792/93) um den revolutionsbegeisterten politischen Klub am Tübinger Stift, dem Hölderlin und Hegel angehörten, gewürdigt.

1807 wurde Pahl Ehrenmitglied des Pegnesischen Blumenordens. 1808 erhielt er die Pfarrstelle von Affalterbach, 1814 wechselte er nach Fichtenberg. 1824 wurde er zusätzlich Dekan von Gaildorf. 1832 wurde er zum Generalsuperintendenten von Schwäbisch Hall mit Sitz in Gaildorf ernannt. Er war damit nun Prälat und zugleich persönlich dem Adelsstand angehörig. Als Generalsuperintendent war er nach § 133 der Württembergischen Verfassung von 1819 auch Mitglied der Abgeordnetenkammer (zweiten Kammer) der württembergischen Stände. Allerdings war er im Dezember 1831 bereits für Göppingen in das Parlament gewählt worden.

1836 verlieh ihm der König das Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone.

Pahl ist auf dem Hoppenlau-Friedhof Stuttgart begraben.

Nicht wenige seiner vielen Schriften (darunter über 50 selbständige Publikationen) erschienen anonym oder unter Pseudonym (Sebastian Käsbohrer, Alethinos, Athanasius Wurmsamen).


Verwendete Quelle: Johann Gottfried Pahl in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
URL: Johann Gottfried Pahl

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