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Hermann Harry Schmitz (12. Juli 1880, Düsseldorf – 8. August 1913, Bad Münster am Stein)

Prosa

Der Säugling und andere Tragikomödien AcrobatReader       epub       MobiPocketReader/Kindle       Kindle

Hermann Harry Schmitz, Der Säugling und andere Tragikomödien, Verlag von Ernst Rowohlt, Leipzig, 1911


Hermann Harry Schmitz (12. Juli 1880, Düsseldorf – 8. August 1913, Bad Münster am Stein)

Hermann Harry Schmitz war ein deutscher Bürokaufmann und Autor grotesker Erzählungen und Einakter sowie Essayist.

Als Sohn eines Fabrikdirektors des Piedboeufschen Röhrenwerks wuchs Hermann Schmitz in Düsseldorf auf. Das städtische Realgymnasium verließ er, um 1896 eine ausbrechende Tuberkulose auf Korsika auszukurieren. Nachdem er zwischenzeitlich für militäruntauglich befunden worden war, zwang ihn der Vater nach Abschluss der Mittleren Reife in Kassel zu einer kaufmännischen Laufbahn.

Seit 1906 publizierte Schmitz Grotesken, sein literarisches Debüt hatte er mit der Satire „Die Bahnhofsmission“ in der Münchner Zeitschrift Simplicissimus. Ab 1907 schrieb er fast ausschließlich für die Tageszeitung Düsseldorfer General-Anzeiger. Nebenher verfasste Schmitz skurrile, zeitkritische Einakter für den Akademischen Verein Laetitia, eine Verbindung aus Studierenden und Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie. Immer wieder trat er in dandyhafter Aufmachung als Conférencier bei Wohltätigkeitsveranstaltungen in Düsseldorf auf.

Beim literarischen Stammtisch im Weinlokal „Zum Rosenkränzchen“, Altestadt 1, in der Düsseldorfer Altstadt schloss er Freundschaft mit Hanns Heinz Ewers und Herbert Eulenberg, die seine Arbeit förderten. Nach dem Erfolg seiner ersten Buchveröffentlichung Der Säugling und andere Tragikomödien (bei Ernst Rowohlt, Leipzig 1911), entschloss er sich, als freier Schriftsteller tätig zu werden. Als zahlreiche Aufenthalte in Sanatorien und Krankenhäusern ohne Hoffnung auf Heilung blieben, erschoss er sich.

Durch die radikal-surreale Gestaltung seiner Grotesken nimmt Hermann Schmitz innerhalb dieses in Deutschland wenig entwickelten Genres eine Sonderstellung ein. In seiner bewusst naiv gewählten Erzählhaltung sucht er als Angriffspunkt für seine Attacken die Welt des Kleinbürgers im Industriezeitalter. Seine Protagonisten mit ihren sinnentleerten Genüssen, ihrem Technik-Fetischismus, Statusproblemen, aber auch Fluchtbewegungen, wie Reisewut oder falschverstandenem Naturkult enden zumeist tödlich.

Seit 1989 fördert die Hermann-Harry-Schmitz-Societät mit Sitz im unter Denkmalschutz stehende Uhrenturm an der Grafenberger-Allee in Düsseldorf sein Andenken und literarisches Erbe. Im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk ist eine Straße nach ihm benannt.


Verwendete Quelle Hermann Harry Schmitz in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
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