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Oscar Wilde – Das Hurenhaus     

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Aus: Hedwig Lachmann, Oscar Wilde, Die Dichtung img src=IV. Band, Verlegt bei Schuster & Loeffler, Berlin und Leipzig, Zweites Tausend, 1905, S. 91.

Althea Gyles


Das Hurenhaus.

Wir fingen Schritte auf von Tanz,
Wir schritten hin im Mondesglanz
Und blieben stehn am Hurenhaus.


Von drinnen durch den Wust und Schwall
Drang zu uns her mit schrillem Schall
Das »treue liebe Herz« von Strauss.


Wie ein grotesker Mummenschanz
Phantastisch flog ein Schattentanz
An den verhangnen Fenstern hin.


In einem schwarzen Wirbel schwang
Zu Hörner- und zu Geigenklang
Sich Tänzer mit der Tänzerin.


Wie eine Puppe an der Schnur
Schob sich bisweilen durch die Tour
Ein dünn umrissenes Skelett.


Dann fassten sich die Paare schnell
Und tanzten zeremoniell
Ein feierliches Menuett.


Bisweilen zog ein Gliedermann
Ein Weibphantom zu sich heran,
Bisweilen klang Gelächter her,


Und mit der Zigarette trat
Von Zeit zu Zeit ein Automat
Zur Tür heraus, als lebte er.


Dann zu der Liebsten sprach ich: »Sieh!
Die Toten schwenken hier die Knie,
Staub tanzt mit Staub hier, Brust an Brust!«


Sie aber hörte nur den Strich
Der Violine und entwich:
Die Liebe trat ins Haus der Lust.


Da ging ein Riss durch die Musik,
Der Tanz brach ab im Augenblick,
Der Schwarm zerstob wie Laub im Wind,


Und an den stillen Häuserreihn
Kroch silberfahl der Dämmerschein
Wie ein verlornes Kind.




20080830_Oscar Wilde - Das Hurenhaus.